KNOW: Farblehre, Teil 1

Was ist Farbe?Naturwissenschaftliche Grundlagen

Eine schöne Farbe? .... Bereits diese kleine Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden. Farben werden von jedem Mensch anders empfunden.

 

Farbe bereichert unser Leben. Wir können uns zwar auch in einer farblosen Welt zurecht finden (viele Jahre lang gab es nur S/W-Fernseher oder S/W-Fotos - die Älteren werden sich sicher gut daran erinnern *grins*). Aber mit Farbe ist die Orientierung doch einfacher, Farbe verrät uns eine  Menge über die Beschaffenheit der Dinge um uns herum, sie kann unsere Gefühle beeinflussen, uns warnen oder unsere Aufmerksamkeit erregen.


Was ist Farbe?

Betrachtet man das Phänomen "Farbe" etwas genauer, so muss man feststellen, daß es rein objektiv "Farbe" eigentlich

garnicht gibt: es handelt sich nähmlich nur um die Wirkungen, die Lichtwellen erzeugen, wenn sie durch unser

Auge auf die Netzhaut fallen. Die dort befindlichen Zapfen und Stäbchen nehmen die Lichtwellen auf und senden

entsprechende Impulse an das Gehirn. Dabei ermöglicht aber erst eine bestimmte Lichtstärke die Reizung der für das

Farbsehen zuständigen Netzhautzellen. Bei zu schwacher Beleuchtung lassen sich nur Helligkeitsunterschiede

wahrnehmen (Nachts sind alle Katzen grau).

Die von der Sonne ausgesandten Strahlen enthalten nämlich einen bestimmten Bereich elektromagnetischer Wellen mit unterschiedlichen Wellenlängen, die wir auf die oben beschriebene Weise registrieren können. Nur Wellen, deren Länge zwischen 380 und 780nm (Nanometer) liegt, reizen unser Auge und rufen den Farbeindruck hervor. Wellenlängen knapp über 780nm werden als infrarotes Licht bezeichnet, das für uns ebenso unsichtbar ist wie das ultraviolette Licht, dessen Wellenlänge unmittelbar unterhalb 380nm liegt. Je nach der Wellenlänge dieses Lichts empfinden wir es also anders; die längsten Wellen nehmen wir als Rot wahr, danach geht es über Orange, Gelb, Grün, Blau bis zu den kurzen Wellen, die wir als Violett registrieren. Das als Weiß empfundene Sonnenlicht enthält alle Wellenbereiche.

Warum erscheint uns aber eine rote Blüte rot?

Das liegt an der Beschaffenheit der Blüte: an ihren Pigmenten! Diese können einen Teil des auf sie fallenden Lichtes verschlucken (absorbieren), während der restliche Teil wieder zurück geworfen (reflektiert) wird. Dieser reflektierente Anteil fällt in unser Auge und wird von unserem Gehirn in diesem Fall als Rot empfunden.

Ein schwarzer Karton beispielsweise reflektiert fast keine Lichtwellen mehr, er "verschluckt" das ganze Licht. Sind also keine Reflektionen vorhanden, können auch keine über unser Auge bis zum Gehirn vor dringen. Es kann kein Farbeindruck entstehen. Schwarz ist also eine "Nicht-Farbe". Auch Weiß ist eine Nicht-Farbe, da alle Lichtwellen reflektiert werden, es gibt keine dominierende Wellenlänge, die eine Farbwahrnehmung entstehen lassen könnte.

Zusammenfassend könne wir sagen, dass Farbe eine subjektive Sinnesempfindung ist, die durch sichtbares Licht einer bestimmten Wellenlänge in der Netzhaut des Auges ausgelöst wird.

Physikalisch gesehen sind Farben Lichtstrahlen bestimmter und jeweils unterschiedlicher Wellenlänge.

Seit Jahrtausenden versuchen viele Gelehrte und Künstler die Farbphänomene zu ergründen und in Systemen darzustellen.

Mit diesen Systemen und der Farbordnung befasst sich Teil 2.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0