KNOW: Farblehre, Teil 2

Was ist Farbe?Die Farbordnung und Systeme

Viele Gelehrte und Künstler versuchen seit Jahrhunderten, die Farbphänomene zu

ergründen und in Ordnungs-Systeme darzustellen.

 

Seit der Antike bis heute versuchten sich viele Wissenschaftler aber auch Künstler an dieser Herausforderung. Dabei wurden diverse zwei- und auch dreidimensionale geometrische Anordnungen und Gebilde wie Linien, Kreise, Kugeln, Quadrate, Dreiecke, Parabeln, Kegel, Kreisel, Pyramiden usw. zur Darstellung genutzt.

 

Stellvertretend für alle "Farb-Forscher" will ich hier Johann Wolfgang von Goethe, Johannes Itten und Wilhelm Ostwald nennen.


Es gibt unzählige Farbnuancen, eine genaue Anzahl ist nicht zu benennen.

Die Zahl einer Million Farben ist durchaus nicht unrealistisch.

Denoch - diese Farbfülle wird durch die Kombination nur weniger Grundelemente erreicht. Um welche Grundlemente es sich hierbei handelt, werden wir jetzt herausfinden.

 

Wie fängt man an?

Um eine Überblick zu erhalten und eine Ordnung zu entwickeln, werden erst einmal gedanklich alle Farben "aussortiert", in dennen weiss, schwarz und auch grau vorkommt. Die nun noch übrigen Farben werden nach Ähnlichkeiten sortiert und so nähern wir uns immer mehr den ursprünglichen Ausgangsfarben.

 

Zum Schluss blieben noch drei reine Farbtöne übrig, diese werden als Grundfarben oder Primärfarben (primär, frz. = anfänglich, ursprünglich) bezeichnet.

 

Es sind Gelb, Rot und Blau.

 

Diese Farben wurde im Kreis angeordnet, Gelb oben, Rot rechts und Blau links.

Es entsteht der "Dreiteilige Farbkreis".


Durch Mischen von zwei Primärfarben enthält man die dazwischenliegenden Farbtöne:

 

Rot und Gelb wird zu Orange

Blau und Rot wird zu Violett

Gelb und Blau wird zu Grün

 

Diese durch Mischung entstandene Farben nennt man Mischfarben oder Sekundärfarben (sekundär, frz. = zweitklassig).

 

Im Farbkreis werden die Sekundärfarben zwischen ihren Ursprungsfarben

angeordnet, es entsteht der "Sechsteilige Farbkreis".


Durch weiteres Mischen der Primär- und Sekundärfarben werden feinere Übergänge zwischen den Farben erziehlt. So  erhalten wir einen "Zwölfteiligen Farbkreis".

Diese neu gemischten Farbtönen zwischen den Primär-und Sekundärfarben werden auch als Tertiärfarben bezeichnet.

Anordnung der Farben im Farbkreis

Gelb wird oben platziert, so wird eine gute Übersicht auf die Helligkeitsgrade der Farben und eine deutliche Gegenüberstellung der kalten und warmen Farben erteilt. So liegt oben der hellste und zugleich leichteste Farbton Gelb dem dunkelsten und schwersten Farbton Violett unten gegenüber. Die Helligkeit der Farbtöne sinkt im Uhrzeigersinn nach rechts ab in die dunklen und schweren Farbtöne und steigt links aufwärts wieder zu den helleren Farbtönen. Gleichzeitig stellen wir fest, daß auf der rechten Seite des Farbkreises die warmen und intensiven Farben angeordnet sind, auf der linken Seite finden wir die kühlen und eher zurückhaltenden Farben.


Jetzt haben wir schon etwas über die Wirkung von Farben erfahren. Bevor wir das vertiefen, werden wir uns noch mit den Farbreihen beschäftigen.


Jede reinbunte Farbe kann "Stammvater" (oder "Mutter") einer langen Reihe veränderter Abkömmlinge sein.

 

Diese Variationen eines Farbtones (Vollfarbe) werden auf drei Wege erreicht:

  1. Durch Aufhellen mit mehr oder weniger Weißzusatz. Die entstandene Farbreihe wird als "hellklar" bezeichnet. Durch viel Weißeinsatz entstehen Pastell-Farbtöne.
  2. Durch Dunkeln des Farbtons mit Zusatz von mehr oder weniger Schwarz. Die entstandene Farbreihe wird als "dunkelklar" bezeichnet.
  3. Durch Trüben mitmehr oder weniger Zusatz von Grau. Es entsteht so eine Reihe getrübter Farben.

Jeder Ton des Farbkreises kann also zunehmend heller durch Beimischen von Weiß bis fast hin zum reinem Weiß oder dunkler durch Beimischen von Schwarz bis hin zum fast reinen Schwarz variieren. Im Idealfall bleibt der Farbton in seiner Farbrichtung unverändern. Es können aber auch Farbtonverschiebungen auftreten. Ein Beispiel:  Gelb wird mit Schwarz gedunkelt, es entsteht Grün.


Im farbtongleichen Dreieck sind die Farbnuancen eines Farbtones ideal erfaßt.

 

An der Spitze steht der reine Farbton, an den seitlichen Ecken Schwarz und Weiß.

An der linken Dreiecksseite liegen alle Abstufungen zwischen der Vollfarbe und Schwarz (=dunkelklare Farben), an der rechten Dreiecksseite liegt die Reihe der hellklaren Farben zwischen der Vollfarbe und Weiß.

 

Diese Darstellung "Farbtongleiches Dreieck" wurde von Wilhelm Ostwald entwickelt.


In Teil 3 werden wir uns mit Farbkontrasten beschäftigen.


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